Talkie-1930 ist ein KI-Sprachmodell, das ausschließlich mit Texten trainiert wurde, die bis 1930 veröffentlicht wurden. Daher verfügt es über kein Wissen zu Ereignissen nach diesem Zeitpunkt, etwa zum Zweiten Weltkrieg oder dem Internet, und gibt Antworten, die den damaligen Wissensstand und die damaligen Erwartungen widerspiegeln.
Auf die Frage nach Hitler antwortete das Modell, dieser könne ein Diktator werden und eine Monarchie errichten. Den späteren Holocaust oder Krieg konnte es jedoch nicht vorhersagen, diese Informationen fehlten auch in Trainingsdaten. Zur Idee der "Denkmaschinen" (einer damaligen Bezeichnung für das, was wir heute als KI und Internet verstehen) merkte es an, Sprachbarrieren seien das größte Hindernis für globale Vernetzung und schlug eine Universalsprache als Lösung vor. Zugleich warnte es jedoch, solche Denkmaschinen könnten die natürliche Entwicklung des Menschen behindern (hört hört!).
Die Prognose für das Jahr 2026 fiel stark utopisch aus: Das Modell sagte das Ende von Armeen und Kriminalität voraus. Eine Vorhersage, die leider deutlich von der Realität abweicht. Talkie-1930 zeigt damit eindrücklich, wie stark das Wissen und die Perspektive einer KI durch ihre Trainingsdaten geprägt wird und wie schwer sich die Zukunft vorhersagen lässt.